Was, wenn die Begegnung mit dem Vergänglichen dich lehrt, wirklich zu leben? Ein Blick auf das japanische Totenfest Bon-Odori und darauf, was dieses Jahr dir bisher gegeben hat.
Wie dir das Vergängliche zeigt, was zählt.
Vielleicht spürst du es schon: dieses leise Kippen der Jahreszeit. Nichts Dramatisches, eher ein feiner Unterschied im Licht, in der Luft, in der Kühle der Nacht, in deiner eigenen Stimmung. Genau damit kündigt sich der Herbst mit seiner spezifischen Metall-Energie an.
Der August beginnt noch in einer Übergangszeit. Ab Mitte August übernimmt die Metall-Energie. Morgens liegt Dunst über der Wiese, das Gras ist feucht und das Licht bekommt zunehmend eine andere Qualität als bisher. Der Sommer geht langsam zu Ende, er hat seinen Höhepunkt überschritten. Etwas verdichtet sich. Die Energie zieht sich zusammen und wendet sich langsam nach innen.
Die Doppelnatur der Herbstenergie
Wie das Metall selbst zeigt sich auch die Energie der Jahreszeit. Metall besteht nur aus sich selbst. Zunächst wirkt es kühl und hart, zeigt Festigkeit und Stärke. Und doch kann Metall geschmolzen und in jede beliebige Form gegossen werden. Diese Doppelnatur ist typisch für die Metall-Energie: fest und wandlungsfähig zugleich. Beides trägst du in dir: Die Fähigkeit, klar und standhaft zu sein, und die Fähigkeit, dich zu wandeln, wenn es an der Zeit ist.
Metall hat zudem eine glatte, blanke Oberfläche. Polierst du eine Metallfläche, kann sie zum Spiegel werden für das, was wirklich da ist. Für die Essenz dessen, was du in diesem Jahr gelebt hast. Der August lädt dich ein, dorthin zu schauen.
Obon – das Fest der Ahnen
In Japan fällt in diese Zeit Obon, das große Ahnenfest. Man tanzt, feiert, ehrt die Verstorbenen. Man erinnert sich an die, die nicht mehr da sind, und feiert das Leben selbst. In der Begegnung mit dem Vergänglichen kannst du einen besonderen Schatz finden: eine tiefe, unmittelbare Wertschätzung für das, was gerade jetzt ist.
Das ist eine sehr klare Erkenntnis: Weil etwas endet, wird sichtbar, wie kostbar es ist. Der Tod der anderen erinnert dich daran, wirklich zu leben – heute, mit diesem Körper, in diesem Sommer, der zuende geht.
Innehalten und Ernte einfahren
Im August ist auch Erntezeit. Nicht nur auf dem Feld – auch in deinem Leben. Was hat dieses Jahr bisher in dir hinterlassen? Welche Begegnungen, welche Momente verdienen eine bewusste Würdigung? Du darfst jetzt innehalten und sehen, was tatsächlich da ist: in dir und deinem Körper als Schatzkammer. Das Leben als Geschenk, das nicht selbstverständlich ist.
Die eigentliche Einladung von Obon ist über das Gedenken der Toten hinaus das eigene Leben neu und ganz klar zu sehen.
Ein Wertschätzungsritual für dich
Vielleicht magst du dir jetzt dein eigenes kleines Obon schaffen – ganz für dich. Ein Foto, ein Andenken, eine Kerze für jemanden, der nicht mehr da ist. Ein paar stille Minuten, in denen du zurückschaust, wertschätzt und dankbar bist, statt weiterzurennen. Kein großes Ritual. Nur ein bewusster Moment, der Raum gibt für das, was war – und für das, was jetzt ist.
Der Herbst verlangt nicht viel von dir. Er lädt dich erst einmal ein zu schauen, zu würdigen, zu feiern. Die besondere Klarheit und die Bewusstheit der Grenzen in der Metall-Energie kommen noch. Aber sie kommen leichter, wenn du dir vorher bewusst gemacht hast, was war..
Ich bin Renate Köchling-Dietrich und du bist bei mir richtig, wenn du dich spüren, gesund und lebendig fühlen möchtest. Ich unterstütze dich mit dem Wissen der traditionellen japanischen Medizin und um den Ki-Fluss dabei, die Signale deines Körpers zu erkennen, zu verstehen und deinen Bedürfnissen gemäß zu leben. Seit zwei Jahrzehnten unterrichte ich dieses Wissen und vor allem seine praktische Umsetzung und das Erleben.
Im Blog findest du dieses althergebrachte Wissen und Erklärungen über die Zusammenhänge. Dabei geht es immer um das Thema Spüren. Denn nur wenn du dich spürst, kannst du deinem Körper vertrauen und ganz bei dir sein.
