Wenn das Ki brodelt: warum jetzt der perfekte Moment ist, das Fundament fuer Neues zu legen

Spürst du das Brodeln? Ende Januar beginnt die Dojo-Zeit – der perfekte Moment, um dich zu erden, bevor der Frühling dich nach außen zieht. Warum du deine Aufgaben jetzt leichter bewältigst und neue Aufgaben übernehmen kannst, wenn du mit deinem Ki arbeitest statt dagegen.

Hast du es auch bemerkt? Diese sanfte Veränderung in der Luft, im Licht, in dir selbst?

Die Tage sind länger geworden. Die Sonne hat auf einmal mehr Kraft. Und während ich in den letzten Wochen vollkommen zufrieden mit einem guten Buch und Rotwein bei Kerzenschein auf dem Sofa saß, spüre ich jetzt dieses... Brodeln. Ein sanftes Kribbeln im Bauch, eine innere Unruhe. Eine Energie, die nach oben steigt und sagt: "Ich will raus, an die frische Luft. Und lass uns was Neues beginnen."

Im Japanischen nennt man diese Lebensenergie Ki (気). Jeder hat sein ganz eigenes Ki und alles auf dieser Welt ist auch ein Ausdruck von Ki. Und wenn du aufmerksam bist, kannst du spüren, wie sich das Ki im Umfeld gerade grundlegend verändert.


Von der Tiefe zur Expansion

Die Veränderung des Ki im Jahreslauf, im Leben und überhaupt jeden Tag beschreibt das Konzept der Fünf Wandlungsphasen. Mit jeder Wandlungsphase ist eine bestimmte Energiequalität verbunden. Den Winter über zeigt sich Wasser – tief, still, nach innen gerichtet. Wie ein Samenkorn unter der Erde, das in der Dunkelheit und Ruhe Kraft sammelt für den nächsten Frühling. Genauso habe ich aufgetankt – und du hoffentlich auch. Jetzt startet die Bewegung in Richtung Frühling, in das Holz – die Zeit von Wachstum und Expansion, Beweglichkeit und Aktivität. Die Holz-Energie bringt Visionen nach außen, macht Entscheidungen möglich und lässt uns planen und voranschreiten im Leben. Aber – und das ist entscheidend – erst findet der Übergang statt.

 

Der Übergang – die Dojo-Zeit: Das vergessene Fundament

Ende Januar beginnt die Dojo-Zeit –18 Tage der Erdung zwischen den Wandlungsphasen. Viermal im Jahr, jeweils am Ende einer Wandlungsphase, lädt diese Zeit ein, innezuhalten und dich neu zu zentrieren, bevor die nächste Energie-Qualität beginnt. Es ist eine Zeit des Vorbereitens, des Ausgleichens und des Wurzelschlagens. Im Japanischen bezeichnet „Dojo“ den Ort, an dem „der Weg praktiziert wird“, wo Selbstfindung und Selbstregulation stattfinden.

Ich bin sicher, dass alles, was du jetzt startest – mit der richtigen Erdung –dir leichter von der Hand gehen wird. Weil das Ki dich trägt, anstatt dass du gegen es ankämpfst.

 

Der Preis des Gegen-den-Rhythmus-Arbeitens

Bei mir hat es lange gedauert, bis ich diesen Rhythmus verstanden habe. Jahrelang bin ich in die klassische Falle getappt: Neujahr, neue Vorsätze, volle Kraft voraus! Listen geschrieben. Ziele definiert. Aktionspläne erstellt. Und im Februar war ich schon wieder erschöpft und habe alle guten Vorsätze über Bord geschmissen.

Oder noch schlimmer: Ich habe eine Aufgabe zur völlig falschen Zeit begonnen. Einen Adventskalender, der jeden Tag Aktion von mir verlangte – genau zu einem Zeitpunkt, an dem mein Körper nach Ruhe schrie. Das Dagegen-Arbeiten, gegen meine Bedürfnisse, hat mich ausgelaugt und an meine Grenzen gebracht.

Viele Menschen in Deutschland sind heute früher mit altersbedingten Problemen konfrontiert als in Kulturen wie Japan, die eine enge Bindung zur Natur haben. Ein Grund dafür: Jahreszeiten sind eher störend („Schneekatastrophe“, „Hitzewelle“), weil kaum jemand mehr mit den Energie-Qualitäten der Jahreszeiten mitfließt, einen wunderschönen Spaziergang im Schnee macht und bei Hitze entspannt im Schatten verweilt. In Japan und China gibt es Rituale und Feste, die genau diese Übergänge markieren und ehren. Sie erinnern die Menschen daran: "Achtung, jetzt verschiebt sich etwas. Pass dich an." Dann läuft es wie von selbst

 

Als ich versehentlich in den Flow stolperte

Bei einer Behandlung meldete ich mich spontan für einen Kurs an – und merkte erst zuhause: Ich hatte „versehentlich" eine dreijährige Shiatsu-Ausbildung gebucht. Das erste Wochenende war brutal, mein Körper schmerzte. Und trotzdem sehnte sich jede Faser in mir nach mehr. Das war mein Körper, der sagte: "Ja. Genau das." Das ist Ki im Flow. Diese Ausbildung ebnete meinen Weg zur japanischen Medizin – nicht durch Anstrengung, sondern durch richtiges Timing.

Wenn du die Dojo-Zeiten nicht beachtest, vom Winter direkt in den Aktionsmodus springst, ohne dich zu erden, läufst du auf wackeligen Beinen. Du versuchst zu wachsen, ohne ausreichende Wurzeln im Boden verankert zu haben.

 

So erdest du dich und findest deinen Flow: Die Dojo-Zeit nutzen

  • Verbinde dich mit dem Boden unter deinen Füßen. Lege oder setze dich auf den Boden. Versuche wahrzunehmen, wo und wie dein Körper in Kontakt mit dem Boden ist. Einfach mal 5 Minuten zwischendurch, wenn es besonders hektisch ist.
  • Koch dir einen Eintopf. Mit viel Wurzelgemüse und mit Linsen, genieße eine warme Suppe – eine erdende Nahrung für erdende Zeiten.
  • Verwurzle dich. Bring deine Aufmerksamkeit in deine Füße. Indem du beobachtest, wie du gerade auf deinen Füßen stehst – Die vollständige Anleitung findest du unter diesem Link. Alternativ lieben es die Füße, ein wenig massiert zu werden, behandle sie liebevoll.

Ideal ist es, wenn du in der Dojo-Zeit jeden Tag etwas für deine Erdung tust, damit stärkst du deine Mitte bzw. dein Hara. Dabei kannst du abwechseln: an einem Tag lecker kochen, an einem anderen Tag die Füße verwöhnen. Ganz wie es in deinen Tageslauf passt.

Vielleicht merkst du es auch an vermehrter Lust auf Süßes? Das ist ein wunderbares Alarmzeichen: Dein Körper ruft nach Erdung. Statt zu Schokolade zu greifen, probiere die erdige Süße von Wurzelgemüse – Karotten, Süßkartoffeln oder Kürbis. Sie geben dir genau die Qualität, die dein System jetzt wirklich braucht.

Dann, wenn der Frühling wirklich beginnt und die Holz-Energie voll erwacht, wirst du bereit sein: verwurzelt, zentriert, und bereit zu wachsen – ohne zu wanken.

 

Mit dem Ki arbeiten, nicht dagegen

Kennst du das Gefühl, wenn alles im Flow ist? Wenn du arbeitest, aber es sich nicht nach Anstrengung anfühlt. Ich will mich nicht besonders anstrengen müssen. Aber ich möchte trotzdem gerne Zeit mit tollen Aufgaben und Menschen verbringen. Genau solche Aufgaben, die mich erfüllen, die Sinn machen, die in die Welt gebracht werden wollen. Ich möchte öfter mit wenig Aufwand möglichst viel erreichen. Und ich glaube, du auch. Deshalb arbeite ich im Fluss – gehe mit der jeweiligen Energiequalität optimal mit – das ist der Schlüssel dazu.

Nutze diese nächsten Wochen, um dich zu erden. Um dann ab Mitte Februar durchzustarten, wenn du stabile Wurzeln geschlagen hast. Spüre das sanfte Brodeln in dir – ja, es ist da. Aber gib ihm Zeit, gib ihm ein stabiles Fundament.

Überlege, welche Aufgabe in dir wartet. Bereite den Boden vor. Und dann, wenn die Energie des Holzes voll da ist – dann lass es raus. Dann wird es leicht sein.

Etwas zur richtigen Zeit umsetzen, fühlt sich unvermeidbar an. Nicht wie eine Pflicht, sondern wie ein Sog.

Das ist der Unterschied zwischen "Ich sollte" und "Ich kann gar nicht anders".

 

Was brodelt gerade in dir? Merkst du das Verlangen nach Süßem? Und was wartet darauf, in der richtigen Zeit und mit der richtigen Erdung (neu) zu beginnen? Ich würde mich freuen, wenn du es mir in den Kommentaren erzählst.

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Ich bin Renate Köchling-Dietrich und du bist bei mir richtig, wenn du dich spüren, gesund und lebendig fühlen möchtest. Ich unterstütze dich mit dem Wissen der traditionellen japanischen Medizin und um den Ki-Fluss dabei, die Signale deines Körpers zu erkennen, zu verstehen und deinen Bedürfnissen gemäß zu leben. Seit zwei Jahrzehnten unterrichte ich dieses Wissen und vor allem seine praktische Umsetzung und das Erleben.

Im Blog findest du dieses althergebrachte Wissen und Erklärungen über die Zusammenhänge. Dabei geht es immer um das Thema Spüren. Denn nur wenn du dich spürst, kannst du deinem Körper vertrauen und ganz bei dir sein.

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